Mainzer Turnverein von 1817 e.V.

Warum Tennisspielen?

Häufig hört man die Frage : „Ist Tennis eigentlich schwer...?"

Nicht mit einem Satz zu beantworten. Hören wir mal, was unser Cheftrainer dazu sagt:

 

"Die Frage wird vor allem von Eltern gerne gestellt. Die Antwort lautet: JA! Wenn das jemanden abschreckt, dann sollte er/sie sich etwas suchen, was man nach ein paar Versuchen schon einigermaßen beherrscht. Angebote gibt es genug, sie nennen sich “Fun-Sportarten”. Nichts gegen diese netten Beschäftigungen, aber kennen Sie jemanden, der sein ganzes Leben lang - sagen wir - “Slackline” betreibt? Entweder man sucht sich immer wieder etwas Neues, oder man lernt etwas Schwieriges richtig. Was wertvoller ist, mag jeder für sich selbst entscheiden

Ich spiele seit 40 Jahren Tennis und lerne immer noch. Tennis ist eine Sportart, bei der unglaublich viele Faktoren und Fähigkeiten die Leistung beeinflussen: Ballgefühl, Beweglichkeit, Schnelligkeit, koordinative und technische Fähigkeiten, Ausdauer, Kraft (Männer spielen härter als Frauen), in hohem Maße psychische Faktoren bestimmen das Endergebnis. Ein 100-Meter-Läufer muß schnell sein, ein Turner muß beweglich sein, ein Sportschütze nervenstark. Ein Tennisspieler braucht von allem etwas. Deswegen lernt man immer weiter. Deswegen bleibt es ein Leben lang interessant. Und deswegen kann auch JEDER Tennis spielen, denn was man von der einen Eigenschaft ein bisschen weniger hat, kann man mit einer anderen kompensieren.

Ein typisches Beispiel aus dem Tennissport: die Dauerläufer, die zwar keine besonders gute Vorhand oder Rückhand haben, das aber wettmachen, indem sie mit Geduld und Ausdauer jeden Ball erlaufen und zurückspielen! Sie kompensieren einen gewissen technischen Mangel mit ihrer Laufarbeit und sind oft die gefüchtetsten Gegner!

Tennis ist Spiel, Tennis ist Work-Out, Tennis ist Technik. Genug, um sich lange damit zu beschäftigen.

Über eins muß man sich im klaren sein: Tennis ist eine Lebensaufgabe! Und das soll es auch sein. Denn es ist eine Lebenssportart. Mein Vater ist über 80 Jahre alt und spielt 2 bis 3 mal die Woche Tennis, vorwiegend Doppel natürlich. Was für ein Geschenk

Wer etwas sucht, was er nach zwei Wochen schon einigermaßen beherrscht, der ist bei Tennis sicher falsch. Wer aber etwas lernen möchte, was ihm in 20 Jahren immer noch Spaß macht, der sollte mit Tennis anfangen. Die Lehrmethoden und damit auch der Spaßfaktor haben sich in den letzten Jahren ganz entscheidend gewandelt. Mit den leichten Schlägern und den Easy-Play-Bällen heute ist es schon nach kurzer Zeit möglich, Ballwechsel zu spielen und Erfolgserlebnisse zu haben. Das gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, die dadurch die nötige Schlagtechnik spielerisch und sehr viel motivierender lernen als noch vor einigen Jahren.

Ich kann jedem nur empfehlen, es einmal zu versuchen!"

Volker Wiegand